Die dritte Generation.
„Sind das also die Fußstapfen meiner Großmutter oder meine eigenen?“
Präsentation von Sabine Apostolo, Wien (Österreich)

2026-09-20T00:00:00-04:00
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Kuratorin Sabine Apostolo gibt einen virtuellen Rundgang durch die international wandernde Ausstellung „Die dritte Generation. Der Holocaust in der Familienerinnerung“, die vom Jüdischen Museum Wien entwickelt wurde.

Bild oben: Die Dritte Generation Titel, Zitat: Cécile Wajsbrot, Mémorial, Göttingen 2023, 87 © JMW / Drahtzieher Design & Kommunikation

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Achtzig Jahre nach dem Holocaust sterben die letzten Augenzeugen. Ihre Geschichten, aber auch ihr Trauma, wurden an ihre Kinder und Enkel weitergegeben. Während die zweite Generation die psychischen und physischen Schäden ihrer Eltern unmittelbar miterlebte, kann die dritte Generation die Familiengeschichten mit größerer Distanz betrachten. Erinnerungen und Schweigen, Familienmythen und Geheimnisse sowie überwältigende oder fehlende Familienerbe sind darin allgegenwärtig. Die Ausstellung untersucht verschiedene Wege, mit dem ererbten Trauma und der schwierigen Auseinandersetzung mit der Last der Familiengeschichte umzugehen. Die Objekte zeigen biografische und künstlerische Bewältigungsstrategien der Generationen nach der Shoah und heben die Gemeinsamkeiten einer heterogenen, über die ganze Welt verstreuten Gruppe hervor.

Installationsansicht, Jüdisches Museum Wien, © Tobias de St. Julien

Sabine Apostolo ist Kuratorin am Jüdischen Museum Wien. Zu ihren Ausstellungen und Publikationen zählen: „ Die dritte Generation. Der Holocaust in der Familienerinnerung“ (2024), „Endlich Espresso! Das Café Arabia am Kohlmarkt“ (2022), „ Ohne Zuhause: Kindertransporte aus Wien “ (2021), „ Drei mit einem Stift: Lily Renée, Bil Spira und Paul Peter Porges “ (2019), „Verfolgt, verlobt, verheiratet: Vernunftehen im Exil“ (2018) und „Genosse. Jude. Wir wollten nur das Paradies auf Erden“ (2017). Seit 2014 leitet sie die Sammlungen des Jüdischen Museums Wien. Ihre Forschungsschwerpunkte sind Judaica, die Geschichte der jüdischen Kultur und Literatur des 19. und 20. Jahrhunderts, insbesondere die Wiener Gründerzeit, die Geschichte der Arbeiterbewegung, Exilgeschichten, die Shoah und die Erinnerungskultur.

Jonathan Rotsztain: Muster, 2019 © Jonathan Rotsztain

Mirta Kupferminc, En Camino (auf dem Weg), 2001 © Mirta Kupferminc

Die Publikation zur Ausstellung „Die dritte Generation. Der Holocaust im Familiengedächtnis“ untersucht verschiedene Strategien im Umgang mit ererbten Traumata und der schwierigen Auseinandersetzung mit der Last der Familiengeschichte. Die Beiträge beleuchten biografische und künstlerische Versuche der Generationen nach der Shoah, sich mit der Vergangenheit auseinanderzusetzen, und zeigen die Gemeinsamkeiten einer heterogenen, über die ganze Welt verstreuten Gruppe auf.

Mit Beiträgen von Barbara Agnese | Sabine Apostolo | Noa Arad Yairi | Elisabeth Brainin und Samy Teicher | Isabel Cout | Jutta Fleckenstein | Mirjam-Angela Karoly | Gabriele Kohlbauer-Fritz | Cilly Kugelmann und Yuval Schneider | Katja Petrowskaja | David Slucki | Barbara Staudinger | Marianne Windsperger

ISBN 978-3-95565-673-7

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