Anfang 20thDas Berlin des 20. Jahrhunderts war ein lebendiges, kosmopolitisches urbanes Umfeld – eine Welt, in der Aschers Identität als Künstler und als Konvertit jüdischer Herkunft geprägt und herausgefordert wurde. Als einziger Sohn und erstgeborenes Kind eines erfolgreichen Industriellen, Hugo Ascher, und seiner Frau Minna hatte Fritz Ascher das Privileg, eine künstlerische Ausbildung zu absolvieren.

Die Berliner Kunstszene in Aschers Jugend pulsierte mit der Energie der Separatistenbewegungen der frühen Teenagerjahre und bot auch die Möglichkeit, sich an Theater- und Musikproduktionen zu erfreuen. Aber Aschers Berlin war nicht nur ein Ort künstlerischer Inspiration – es war auch ein Ort sozialer Unruhen, politischer Aktivitäten und einer sich ständig verändernden Industrielandschaft.

Während der Weimarer Republik, einer Zeit, die eine Atmosphäre des Wandels und des Heilungsversuchs förderte, setzte sich Berlin mit dem Erbe des Ersten Weltkriegs auseinander. Die Geburt des Berliner Zweigs des Dadaismus beispielsweise erzwang sowohl künstlerische als auch politische Auseinandersetzungen mit der Ästhetik und den gesellschaftlichen Erwartungen der expressionistischen Jahre vor dem Ersten Weltkrieg – dem Malstil, der Ascher ansprach.

Dieses Berlin des frühen 20.th-Jahrhundert – voller schillernder künstlerischer Inspiration, Rebellion und politischem Engagement, Industrie und ihren Versprechungen und Misserfolgen – war die Welt, in der Ascher sein Leben begann und in der er versuchte, seine künstlerische Karriere zu starten. In seinen früheren Werken reflektierte Ascher seine Erfahrungen in Berlin über die unterschiedlichen Bewohner der Stadt, ihre Freuden ebenso wie ihre Gefahren. Berlin, dargestellt durch die Augen eines jungen und sensiblen, einfühlsamen und kreativen Mannes, wurde zu einem integralen Bildthema in Aschers Gesamtwerk. 

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Aschers Berliner Welt

Berlin 1900

Wissenschaftliche Texte

Alle Fritz Ascher-Bilder © Bianca Stock.