
Felka Platek – Künstlerin und Weggefährtin des Malers Felix Nussbaum
Vortrag von Anne Sibylle Schwetter, Osnabrück (Deutschland)
November 20, 2024 @ 12: 00 pm - 1-00pm
| FreiFelka Platek (1899 Warschau – 1944 Auschwitz) kam Anfang der 1920er Jahre aus Warschau nach Berlin, um Malerin zu werden. 1932 folgte sie ihrem Freund und späteren Ehemann Felix Nussbaum (1904 Osnabrück – 1944 Auschwitz) nach Italien. 1935 beschlossen sie, ins belgische Exil zu gehen. Der Verfolgung durch die Nazis konnten sie sich jedoch nicht entziehen. Sie wurden am 21. Juni 1944 in ihrem Versteck in Brüssel gefasst und kurz darauf in Auschwitz ermordet.
Bild oben: Felka Platek, Selbstporträt vor einem offenen Fenster, um 1940. Gouache auf Zeichenpapier, 65 x 49.7 cm. Felix-Nussbaum-Haus im Museumsquartier Osnabrück, Dauerleihgabe der Felix-Nussbaum-Stiftung, Foto © Felix-Nussbaum-Haus Osnabrück
Der Vortrag von Anne Sibylle Schwetter gibt einen Einblick in Plateks künstlerisches Schaffen, von ihren frühesten Arbeiten aus dem Jahr 1927 bis zu den letzten bekannten Grafiken, die 1943 im Versteck entstanden.

Felka Platek, Bildnis einer jungen Frau (Selbstbildnis?), 1927. Öl und Gouache auf olivgrünem Papier, 70 x 50 cm. Felix-Nussbaum-Haus im Museumsquartier Osnabrück, Foto © Felix-Nussbaum-Haus Osnabrück

Felka Platek, Stilleben mit Gießkanne und Agave, 1943. Gouache auf Papier, 48 x 63 cm. Felix-Nussbaum-Haus im Museumsquartier Osnabrück, Foto © Felix-Nussbaum-Haus Osnabrück
Im Gegensatz zu ihrem bekannten Künstlerkollegen und Ehemann Felix Nussbaum sind Felka Plateks Leben und Werk bis heute fragmentarisch erhalten. Nur rund 30 ihrer Werke sind erhalten. Das wenige, was über Felka Plateks Leben bekannt ist, beruht vor allem auf Recherchen im Rahmen der Felix-Nussbaum-Forschung.
Obwohl ihr Leben und Werk fragmentarisch sind, legen die erhaltenen Bilder dennoch eindrucksvoll Zeugnis ab von einer durch Exil, Flucht und Verfolgung gebrochenen Künstlerbiografie. Der Vortrag gibt Einblick in Plateks künstlerisches Schaffen, von ihren frühesten Arbeiten aus dem Jahr 1927 bis zu den letzten bekannten Grafiken, die 1943 im Versteck entstanden.


Felka Platek, Stillleben mit afrikanischer Skulptur und Sonnenschirm, 1943. Aquarell auf Bütten, 63 x 48 cm, Felix-Nussbaum-Haus im Museumsquartier Osnabrück, Dauerleihgabe der Felix-Nussbaum-Stiftung, Foto © Felix-Nussbaum-Haus Osnabrück
Anne Sibylle Schwetter ist Kunsthistorikerin und Kuratorin der Sammlung Felix Nussbaum im Felix-Nussbaum-Haus in Osnabrück. Sie widmet sich seit über 1904 Jahren dem Leben und Werk des deutsch-jüdischen Malers Felix Nussbaum (Osnabrück 1944-Auschwitz 20) und betreut das Werkverzeichnis des Künstlers. Das wissenschaftliche Forschungsprojekt Online Catalogue Raisonné Felix Nussbaum (zuletzt erschienen 2006-2018) soll 2025 in überarbeiteter Form erscheinen. Neben der Verwaltung der Sammlung und des Archivs des Künstlers kuratiert sie Ausstellungen zu Felix Nussbaum und der klassischen Moderne wie Nussbaum anders sehen – Neue Perspektiven auf die Sammlung Felix Nussbaum (2020) und Danse Macabre. Tanz und Tod in der Kunst des frühen 20. Jahrhunderts (2017) oder zuletzt gemeinsam mit Mechthild Achelwilm und Alejandro Perdomo-Daniels #nichtmuedewerden. Felix Nussbaum und der künstlerische Widerstand heute (2023/24). 2024 war sie Kurzzeitstipendiatin in der Villa Massimo in Rom.
Die Ausstellung "Felka Platek – eine Künstlerin im Exil„ ist bis zum 11. Mai 2025 im Felix-Nussbaum-Haus zu sehen. Begleitend erscheint eine Publikation.
Diese Veranstaltung ist Teil der Online-Reihe „Flucht oder Kampf. Geschichten von Künstlern unter Repressionen.“
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